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Das finden wir gut
Das finden wir gut
Politisch gewollt, technisch realisierbar und für eine grundlegende Modernisierung der Energieinfrastruktur hin zum „Internet der Energie“ unerlässlich: Im Grunde steht der
Mit der Liberalisierung des Zähl- und Messwesens und der indirekten Vorgabe zum Einbau von intelligenten Stromzählern in Neubauten und grundrenovierten Gebäuden ab Anfang 2010 sowie dem Angebot von last- und zeitabhängigen Tarifen ab Ende 2010 hat der Gesetzgeber wesentliche Rahmenbedingungen zum Rollout der neuen Über 200 Studienteilnehmer Bislang lagen keine belastbaren Erkenntnisse vor, inwieweit auf Seiten der Verbraucher Interesse an der neuen Messtechnologie besteht und wie hoch eine eventuelle Zahlungsbereitschaft ausfällt. Aufgrund dessen befragten wir mehr als 200 Endverbraucher. Die Teilnehmer der Online-Befragung kamen aus allen Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten, so dass sich ein informatives – wenn auch nicht repräsentatives – Bild ergibt. Da die Technik allgemein noch relativ neu und unbekannt ist, wurden Smart Meter und deren Funktionen innerhalb der Befragung multimedial aufbereitet, so dass die Befragten in der Lage waren, die Technik besser einschätzen zu können. In der präsentierten Ausgestaltung waren die Zähler innerhalb eines sog. Advanced Metering Management (AMM) System integriert, so dass neben der reinen Messung und Speicherung von Messdaten auch anspruchsvollere Dienste – z.B. die Steuerung einzelner Haushaltsgeräte entsprechend dem aktuellen Strompreis und die Darstellung des Verbrauches im Internet – zum demonstrierten Funktionsumfang gehörten. Smart Meters nützlich und sinnvoll Die Ergebnisse der Studie offenbarten eine äußerst positive Einschätzung der Smart Metering Technologie durch die befragten Endverbraucher. So schätzt die große Mehrheit die Nützlichkeit der Smart Meter im Alltag als sehr hoch ein. Dabei ließe sich der unmittelbare Kundennutzen durch das Angebot verschiedener Zusatzdienste (z.B. Ambient Assistant Living oder Gebäudeautomatisierung) auf einfache Weise zusätzlich erhöhen. Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung ist, dass die Nutzungsintention in erheblichem Maße von der generellen Gesinnung der Verbraucher gegenüber Smart Meter abhängt. Vereinfacht heißt dies, dass die Absicht der Verbraucher die Technologie zu nutzen, größtenteils davon bestimmt wird, zu welchem Grad sie den Gebrauch von Smart Meters generell als sinnvoll und angenehm empfinden. Die grundsätzliche Einstellung und Motivation der Verbraucher könnten bspw. durch überzeugende Informationskampagnen weiter verbessert werden. Skepsis beim Datenschutz Die Studie zeigt jedoch auch, dass bezüglich der Datensicherheit und des Schutzes der Privatsphäre bei den Endverbrauchern Bedenken bestehen. Die Angst vor Datenmissbrauch sollte demzufolge als Querschnittsthema der Digitalisierung von allen Beteiligten sehr ernst genommen werden; denn nur so können nachhaltige Ansätze realisiert und die dauerhafte Akzeptanz der Smart Metering Technologie gewährleistet werden. Deshalb müssen die Verbraucher darüber informiert werden, was mit den Verbrauchsdaten geschieht und wieso diese Daten in einem zunehmend von dezentraler Einspeisung und moderner Informations- und Kommunikationstechnik geprägten Energiesystem von zentraler Bedeutung sind. Optimaler Preissetzungskorridor Mit der Ermittlung eines Preiskorridors der Zahlungsbereitschaften konnte die Studie ebenfalls Aufschluss über eine mögliche Preissetzung für Smart Meters ableiten. Die Befragten sollten hierzu die jeweilige Preisschwelle angeben, bei denen sie den einmaligen Beschaffungspreis von Smart Meter als „zu günstig“, „günstig“, „teuer“ bzw. „zu teuer“ empfinden. Den Ergebnissen zufolge wäre aus Kundensicht für einen flächendeckenden Rollout von Smart Meters ein einmaliger Beschaffungspreis von 80 – 100 Euro akzeptabel. Dieses Ergebnis ist freilich unter zweierlei Gesichtspunkten zu relativieren: Zum einen muss das gesamte Energiesystem tatsächlich so funktionieren, dass mit Hilfe von Smart Metering Verbrauchsreduktionen und Preisvorteile realisiert werden können; das ist erst der Fall, wenn in weiten Teilen des Systems die Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Zum anderen ist der Beitrag des Energieversorgers zur Bereitstellung des Zählers nicht berücksichtigt; denn dieser erlangt durch das Smart Metering ebenfalls Vorteile (besseres Prozessund Energiemanagement) und sollte daher auch bereit sein, einen Beitrag zu leisten. Beide Aspekte bedeuten, dass der Preis für Smart Meter zunächst eher unterhalb des genannten Preiskorridors liegen sollte. Mangel an attraktiven Angeboten Die Ergebnisse sind ein Beleg dafür, dass sich Verbraucher für Möglichkeiten der effizienten und transparenten Energienutzung interessieren. Ferner sind sie bereit, für die potentielle Reduzierung ihrer Stromausgaben und ihres CO2-Fußabdrucks für Smart Meter in die eigene Tasche zu greifen. Nun bedarf es entsprechender Angebote. Hierdurch können die Energieversorger neue Kundengruppen erschließen und die Effizienz kundenbezogener Prozesse steigern. Ferner können so restriktivere gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der zeitlichen und technischen Umsetzung des Zähleraustauschs, wie in anderen Ländern praktikziert, vermieden werden. |
Ausgabe η[energie] 8 / 2009
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe η[energie] 8 / 2009.
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