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Forschung
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Dr. Hans Jürgen Hahn
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Die Heinzelmännchen der Trinkwasserversorgung
Die Heinzelmännchen der Trinkwasserversorgung
In den Leitungen der meisten Wasserversorger leben Tiere. Dies ist eines der ältesten Phänomene der Trinkwasserversorgung. Dr. Hans Jürgen Hahn und Jörg Bork zeigen,
In den zurückliegenden Monaten wurde zum Teil sehr erregt und übertrieben über Wasserasseln in Trinkwasserleitungen berichtet. Jetzt ist Zeit für eine sachliche Betrachtung. Ressource Grundwasser – Ein Lebensraum
Machen wir uns folgendes klar: Nur gesunde Grundwasserökosysteme liefern auch gesundes Trinkwasser. Grundwasser ist nicht nur eine Ressource, sondern auch ein Lebensraum. Seine Bewohner reinigen das Grundwasser. Besiedelt wird das Grundwasser von einer Vielzahl an Organismen. Neben Mikroorganismen (Bakterien, Viren) kommen hier auch zahlreiche größere Tiere vor. Vor allem sind dies Krebstiere (z. B. Asseln), Würmer oder Milben. Bekämpfung ja – Ursachenanalyse Fehlanzeige
Die Beseitigung von Tieren aus dem Leitungsnetz ist mittels technischer Maßnahmen möglich. Diese versprechen aber nur kurzzeitigen Erfolg, denn es werden nur Symptome bekämpft und die eigentlichen Ursachen bleiben unberücksichtigt. Häufig wird die Reduktion des lebensnotwendigen Kohlenstoffes als Lösung angeführt. Dies greift allerdings nur bei Oberflächenarten, wie den Wasserasseln. Echte Grundwasserarten sind jedoch seit Jahrmillionen hoch angepasste Hungerspezialisten. Zu bedenken ist auch, dass die Versorgungsanlagen entsprechend den hydrologischen Verhältnissen der Brunnenstandorte fortlaufend neu besiedelt werden. Dunkelheit, konstante Temperaturverhältnisse und geringes Nahrungsangebot, sind typische Merkmale des Grundwassers und gelten genauso auch für das Leitungsnetz.
- Wie stellen sich die hydrologischen Verhältnisse der Förderanlagen dar? Letztendlich sind Tiere im Leitungsnetz jedoch nicht zu verhindern, und wir sollten dies akzeptieren. Monitoring – Grundwasserökologie als Chance
Die Tiere des Grundwassers geben uns detaillierte Informationen über die Herkunft des Wassers, den Typ des Grundwasserleiters und vor allem auch über die Stärke des Oberflächenwassereinflusses auf das Grundwasser.
- Zur Bewertung des Zustandes von Versorgungsnetzen Im Zusammenspiel mit der Hydrochemie und Hydrologie liefert die Grundwasserökologie dem Wasserversorger damit weitreichende Informationen, die bei nur unwesentlich höheren Kosten deutlich über die bisherigen Standards hinaus gehen. Fazit Echte Grundwassertiere im Versorgungssystem sind harmlos und kaum zu verhindern. Sie spiegeln das örtliche Grundwasserökosystem wider, dessen Leistung vor allem in der Reinigung des Grundwassers besteht. Echte Grundwassertiere in geringer Dichte sind ein Qualitätsmerkmal. Problematisch sind dagegen Oberflächenarten, z. B. die Wasserassel. Sie zu erkennen, zu verhindern und gegebenenfalls auch zu bekämpfen ist Teil der Qualitätssicherung im Wasserwerk. Entscheidend ist es, dass die Wasserversorger, aber auch die Verbraucher, das Vorkommen von Tieren in ihrem Leitungsnetz akzeptieren und differenziert betrachten. Die Organismen im Grundwasser und in den Versorgungssystemen lassen sich als Bioindikatoren nutzen. Entscheidend ist es, zu wissen, um welche Arten es sich handelt und wie hoch die Besiedlungsdichten sind. Dies gibt dem Wasserversorger vielfältige Informationen über Zustand und Gefährdung seines Trinkwassers. Die Kunden erwarten schließlich klare Auskünfte über ihr wichtigstes Lebensmittel. |
Ausgabe η[energie] 7 / 2009
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe η[energie] 7 / 2009.
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